Medizingeschichte

Wachsmoulagen sind wertvolle medizinhistorische Dokumente. Sie zeigen vergangene, heute seltene oder gar ausgerottete Krankheitsbilder so realistisch, als würde man dem historischen Patienten gegenüberstehen. Sie sind Zeugnisse der Schicksale früherer Patienten, die wegen ihrer Leiden in der Hautklinik oder der chirurgischen Klinik hospitalisiert wurden. Weiter dokumentieren Moulagen auch dermatologische und chirurgische Forschung aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die aufwändig hergestellten Wachsobjekte, die fast immer mehr als nur den eigentlichen Krankheitsbefund zeigen, eignen sich auch, um über Bedeutung und Wandel von Bildern im Laufe der Geschichte und in der heutigen Zeit nachzudenken. Daneben zeigen die medizinischen Dokumente auch Befunde und Verläufe von historischen Therapien, welche in der modernen Medizin in Vergessenheit geraten sind, aber wegen ihren Langzeitfolgen dem heutigen Arzt im praktischen Alltag geläufig sein sollten (z.B. Arsen, Strahlentherapie).

Fragen zu diesen Themen sind Gegenstand medizinhistorischer Forschungsarbeiten und werden mit Hilfe der Zürcher Moulagen auch im Fach Medizingeschichte mit den Studierenden der Medizin diskutiert und untersucht.

Mit der Wiederentdeckung der Moulagen ist auch deren Wertschätzung gewachsen und es besteht heute ein international wahrgenommenes dringendes Bedürfnis, die Objekte professionell und optimal zu konservieren. In diesem Bereich ist noch Pionierarbeit zu leisten. Das Moulagenmuseum Zürich engagiert sich in interdisziplinären Projekten zur Konservierung und Restaurierung.